In den Grenztruppen der DDR wurde Mitte der 80er Jahre begonnen die Funkausrüstung auf modernere Funktechnik umzustellen. Die bislang verwendeten Geräte der R-Serie (R105/R109) wurde durch ein in der DDR entwickeltes Funksystem ersetzt. Die Wahl fiel auf die im RFT Funkwerk Köpenick hergestellten Funkgeräte der U700-Serie. Das U-700 Gerätesystem zeichnet sich durch die solide, robuste und kompakte Bauart sowie die Vielzahl der bedarfsgerechten Kombinationsmöglichkeiten aus. Geräte dieser Serie fanden ein weites Einsatzfeld, nicht nur bei den bewaffneten Organen (NVA, GT, VP...),sondern auch im zivilen Bereich. Die ersetzten Geräte der R-Serie wurden teilweise noch mitgeführt bzw. weiter in einsatzbereitem Zustand gehalten. Man wollte im "Ernstfall" die Kommunikation mit Einheiten der NVA, die diese Geräte weiter verwendeten, nicht gefährden. Das erklärt auch, weshalb die Gerätehalterung für das R126 und R105/109 weiter im KFZ belassen bzw. verbaut wurden. U700-Kompaktstation
Sende- Empfangsteil UFS772 und Bedienteil UBS70
Bei den Grenztruppen der DDR wurden Geräte im 70cm-Band(Frequenzbereich 440-470MHz)im Betriebsverfahren Simplex, Semiduplex und Duplex genutzt. In den Funknetzen der Grenzsicherung wurden UFZ772 (stationär), UFS772 und UFT771 (mobil) im Betriebsverfahren Simplex eingesetzt. Die UFZ772 dienten als stationäre Hauptfunkstellen. Funkgeräte UFS772 und Handfunkgeräte UFT771 waren mobile Unterfunkstellen. Die UFS772 waren in Kfz und Booten verbaut, die Handfunkgeräte UFT771 führten die Posten mit sich. In den KFZ der Führungskräfte wurden UFS772 auch als doublierende bzw. zeitweilige Hauptfunkstelle betrieben. In nachfolgender Grafik ist der schematische Aufbau einer mobilen Funkstation mit einer Sendeleistung von 10W im abgesetzten Betrieb dargestellt. Der Einbau eines Fahrzeuglautsprechers UL7-1 ist optional möglich, wurde jedoch bei KFZ der Grenztruppen meist nicht verbaut. schematischer Aufbau einer mobilen Kompaktstation im 70cm-Band
Bei der KFZ-Montage wurde das Sende- / Empfangsteil getrennt vom Bedienteil untergebracht. Man spricht dabei vom "abgesetzten Betrieb". Bei KFZ der Grenztruppen wurden die U700 Funkgeräte UFS722 vorrangig festverbaut, das heißt sie wurden im KFZ fest verschraubt und waren dort permanent untergebracht. Zum Einbau wurde der RFT U700-Montagesatz "B"
Zum Höhenausgleich des Fahrzeugbodens (Fußmulde im Fond) sind zwei Stützbleche die hinten unter die Haltewinkeln des S/E-Gerätes montiert werden notwendig. Diese sind im Montagesatz "B" nicht enthalten und müssen angefertigt werden.
Der Montagesatz "C" ist eine Gerätehalterung mit Schnellverschlüssen. Diese Halterung ermöglicht den schnellen Aus- und Einbau der S/E-Einheit. Es muss nur das Antennen- und Adapterkabel zum Bedienteil
gelöst werden, dann kann die S/E-Einheit aus der Halterung genommen werden. Diese Einbauvariante wurde vorrangig im zivilen Bereich verwand, da KFZ gegebenen Falls nicht permanent genutzt wurden und so
auch Diebstahl vorgebeugt werden konnte. Sie kam jedoch auch bei der Volkspolizei, dem DRK und Feuerwehr zum Einsatz.
Im Bild unten sind alle Anschlusskabel für das S/E-Gerät UFS772 und deren Verlegung dargestellt. Der Leitungsverbinder für den Spannungsanschluss ist dabei an der Rückseite der Gerätehalterung "C" angebracht.
Im U700 Gerätesystem stehen verschiedene Bedienteile zur Verfügung. Bei den Grenztruppen wurden für den mobilen Einsatz größtenteils 10-Kanal Geräte UBS70B10 verwendet.
Bei den GT sind die Bedienteile in erster Linie in der Handschuhfachöffnung verbaut worden. Hierzu wurde das Handschuhfach komplett entfernt und ein Halteblech eingesetzt. Die Befestigung des Haltebleches erfolgt
an der Oberseite der Handschuhfachöffnung und an der Motorraumwand.
Alternativ zur Bedienteilmontage im Handschuhfach kann es auch unterhalb an der Motorraumwand befestigt werden. Vorteil ist das das Handschuhfach erhalten und nutzbar bleibt. Dies ist ein nicht unerheblicher Vorteil, da im Trabant Kübel Stauraum und Ablagemöglichkeiten rar sind. Diese Variante wird oft von Oldtimerbesitzern bevorzugt. Bedienteilmontage unterhalb des Handschuhfaches
Bedienteilbefestigung unter dem Handschuhfach
Zum mobilem Betrieb der UHF-Funkanlage sind Fahrzeugantennen in Form von Stabantennen, Magnethaftantennen oder Spezialantenne mit Gegengewicht eingesetzt wurden. Spezialantenne UAS774
Spezialantenne UAS775
Bei den Grenztruppen sind Spezialantennen UAS774 bzw. UAS775 für Fahrzeuge mit geringem Gegengewicht (Stoffdach) eingesetzt wurden. Dies sind Spezialantennen für das 0,7m-Band im 440-470MHz Bereich. Die Spezialantenne UAS774 hat eine Gesamtlänge von 195 mm und 0dB Gewinn. Die am Trabant Kübel meist verbaute KFZ-Antenne war die UAS775 mit einer Gesamtlänge von 485 mm und 2dB Gewinn. UAS775 Anpassungselektronik
UAS775 am Trabant P601A
Diese Spezialantennen verfügen zur optimalen Anpassung ein Transformationsnetzwerk, das durch eine abnehmbare Haube geschützt ist. Um die Abstrahl- und Empfangsleistung der Antennen zu verbessern wurde ein ca. 50 cm langes Rohrstück an den Antennenhaltewinkel der nicht mehr verwendeten Kulikow-Antenne angebracht. Das Zubehör für das VHF/UHF-Funkgerätesystem U700 ist sehr umfangreich. Hier alles aufzulisten ist fast nicht möglich. Ich beschränke mich daher nur auf die für den Einbau in KFZ relevanten Dinge. Da sind zuerst die Montagesätze. Hier eine Aufstellung der Montagesätze des U700-Systems. Weiteres Zubehör sind der Handapparat UML7-4, Fahrzeugmikrofon UM7-7 bzw. Faustmikrofon UM7-1. Fahrzeuglautsprecher UL7-1, UL7-3, Bedienteile UBS 70/71/75 v.l. UM7-1 / UM7-7 / UML7-4
UL7-1
UL7-3
UBS75 /70/71
Quelle Bilder: Erzeugnisunterlagen VEB RFT Funkwerk Köpenick
Techn.Daten U700 Gerätesystem
Die techn.Daten beziehen sich auf eine Gerätekombination UFS772 / UBS70 B10.
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